Margot Käßmann

Frau Margot K. verwechselt Kanzel mit Thron

Nicht nur so schrecklich liberale Zeitgeist-Anbeter wie Koch, Woelki und Marx vermischen ihre Kanzel mit dem weltlichen Thron, sondern auch so genannte Evangelische vergessen die lutherische Zwei-Reiche-Lehre.

In einem Interview der ‚Bild‘-Zeitung antwortet Frau Margot K. Ende März 2016 ( Frau Margot K. zum Terrorismus ) auf die Frage ‚Was würde Jesus zum Terror sagen?‘:

Jesus hat eine Herausforderung hinterlassen: Liebet eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen! Er hat sich nicht verführen lassen, auf Gewalt mit Gewalt zu antworten. Für Terroristen, die meinen, dass Menschen im Namen Gottes töten dürfen, ist das die größte Provokation. Wir sollten versuchen, den Terroristen mit Beten und Liebe zu begegnen.

Der Satz

Liebet eure Feinde!

stammt wörtlich aus der Bergpredigt im Evangelium, die er seinen Jüngern hielt – also nicht römischen Legionären oder jüdischer Tempelpolizei:

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen (Matthäus, Kapitel 5, Vers 44)

Wie jetzt: darf eine Frau wie Margot K. einfach mal so mit Bibelversen um sich werfen – und alle dürfen dann beten und sagen ‚Ja, Amen‘?

Mitnichten: Polizei und Militär dürfen sein, also ‚Machthaber‘, die den Staat als Gemeinschaft von Bürgern schützen. Und wie sonst sollten sich Polizisten durchsetzen, wenn nicht mit Gewalt?

Es ist gerade keine Verführung von Staatsorganen, wenn sie auf Gewalt mit Gewalt antworten: innerhalb eines Rechtstaates (nicht: Krieg!) sollte es der Normalfall sein!

Immer dann wenn Übeltäter ins Gefängnis gesteckt werden, damit ihnen der Prozess gemacht werden kann, handelt es sich um Gewalt, legitime Gewalt wohlgemerkt.

Auf die Replik der ‚Bild‘-Zeitung „Das wäre übermenschlich…“ lobhudelt sich Frau Margot K. selbst und umgibt sich mit einem Heiligenschein:

Ja, eine solche Haltung wird belacht und sie wird auch viele Menschen überfordern. Weil es der menschliche Instinkt ist, Rache zu üben. Aber auf den Hass nicht mit Hass zu antworten, das ist die Herausforderung.

Wenn in einem Rechtstaat wie Frankreich islamistische Terroristen friedliche Bürger abschlachten, dann darf doch wohl dieser Staat Gerechtigkeit üben, oder Frau Margot K.? Und was hat das mit ‚Rache‘ zu tun? Und wer behauptet, es sei

der menschliche Instinkt (…) Rache zu üben?

Nach der normalen Staatsauffassung delegieren treue Staatsbürger Machtbefugnisse an den Staat, der dem Gerechtigkeitsempfinden seiner Bürger genüge leistet: durch Gesetze und durch Überwachung ebendieser.

Dass der Staat seine Bürger überwachen müsste, weil diese ‚menschlich instinktiv‘ ‚Rache üben‘, ist eigentlich nicht Teil der demokratischen Staatsauffassung.

Brauchen wir also so eine Anstandsdame wie Frau Margot K., die als Gesinnungspolizei wie im Iran droht, um dann die Bürger nach wiederholten Warnungen wegen ‚instinktiver Rache‘ zu verhaften?

Frau Margot K. weiß wohl nicht, was sie redet.

Die katholische Soziallehre weiß sehr wohl, was der Staat ist: er ist gute Ordnung Gottes. Im Katechismus der Katholischen Kirche lesen wir:

Manche Gesellschaften, so die Familie und der Staat, entsprechen unmittelbar der Natur des Menschen; sie sind für ihn notwendig.(KKK 1882)

Der Hauptgrund für den Staat ist vollständig positiv: es geht nicht um die Abwendung ‚instinktiver Rache‘, sondern entspricht

der natürlichen Neigung der Menschen, sich zusammenzuschließen, um Ziele zu erreichen, welche die Kräfte der Einzelnen übersteigen.(ebd.)

Lassen wir uns also von Frau Margot K. unseren schönen Rechtsstaat nicht kaputtreden und bleiben beim gesunden Menschenverstand, der so ziemlich genau das meint, was gut katholisch ist: ja, ihr lieben Polizisten und Soldaten, es ist wunderbar, dass es euch gibt!