Kardinal Woelki

Politische Traumtänzer und theologische Irrlichter

Schon als Kardinal Woelki hier bei uns in Berlin Großreinemachen war in seiner kurzen Zeit als Bischof, indem er kurzerhand ehemals 200 Gemeinden auf 30 Großpfarreien kürzte und diesen beispiellosen Schrumpfungsprozess als ‚Wo Glauben Raum gewinnt‘ heuchlerisch umdeutete, da war klar: dieser Mann hat das Herz eines eiskalten Technokraten.

Der breite Rückzug aus der Fläche führt weiterhin zu einem Auszug aus der katholischen Kirche – in beispielloser Weise. Noch nicht mal traurig darf man über den Totalverlust von 85% der Pfarreien sein, denn dann wäre man ja ungehorsam.

Wenn sich kaltherzige Technokraten von der Kirche in die Politik wagen, sieht es nicht anders aus. Besonders nicht mit der Wahrheit. Quasi als Gottes Stimme in Deutschland verlautbart dieser Rheinländer seine verquasten Ansichten, als wären sie das reinste Evangelium – Widerspruch, wie schon in Deutschlands Hauptstadt, ausgeschlossen.

So heißen seine politischen Handelsanweisungen ‚Wort des Bischofs. Am 11.9.2016 lässt er uns wissen ( erzbischof-woelki-zu-fluchtlingen ):

Kinder haben es gut. Zumindest, wenn sie bei uns oder in anderen wohlhabenden Regionen dieser Erde geboren werden.

Also die Straßenkinder meint er wohl schon mal nicht: 32.000 sollen es wohl sein (‚Die Zeit‘ über Straßenkinder). Und die 2.-3.000 unbegleiteten Flüchtlingskinder wohl auch nicht.

Und die Flüchtlingskinder, die z.B. in Berlin in Mitte im ehemaligen Flughafen Tempelhof untergebracht sind, meint er wohl auch nicht. Wer, bitte, möchte hier wohnen:

fluchtligslager-tempelhofer-feld

Ja, es ist besser nicht zu sterben und zu flüchten und in dieser Käfighaltung zu vegetieren. Stimmt. Jeder, der hilft, hat Anerkennung verdient. So schreibt Herr Woelki richtig:

Danken möchte ich daher allen, die Not sehen und handeln.

Und dann geht es weiter. Herr Woelki redet von 50 Millionen Kindern, die es laut UNICEF gibt und die auf der Flucht sind, und schlägt vor:

„Was ihr dem geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan!“ Dieses Programm Jesu macht deutlich, dass wir niemanden am Rand stehen und zurücklassen dürfen.

Wer ist ‚Wir‘, Herr Woelki: wie viel Flüchtlingskindern von den 50 Millionen haben Sie persönlich geholfen?

Und: wie viele Millionen kann ein Staat, z.B. die Bundesrepublik, aufnehmen, ohne zu zerbrechen?

Das ist eine politische Frage, die reale Faktoren beinhaltet: der politische Wille des Volkes, die Wirtschaftskraft und die Zukunft des Gemeinwesens.

Jesu Wunsch, allen Menschen Barmherzigkeit zu erweisen, ergeht an seine Christen, also an diejenigen, die mit Ernst Christen sein wollen. Das Programm Jesu ist also für Einzelne gedacht und für die Kirche als Ganze.

Das Reich Gottes mit dem Weltreich zu vermengen, ist Aufgabe des Anti-Christ.

Die Heimatliebe, also durchaus die Liebe zum eigenen Vaterland, folgt für den Christen aus dem vierten Gebot der Elternliebe und ist geschuldete Dankespflicht. Der Katechismus der Katholischen Kirche stellt fest:

Die Heimatliebe und der Einsatz für das Vaterland sind Dankespflichten und entsprechen der Ordnung der Liebe.(KKK 2239)

Für den Christen kommt nicht zuerst ‚der‘ Nächste, sondern es sind die eigenen Eltern. Und dann sind es auch nicht alle weiteren Menschen, sondern es die eigenen Landsleute, die geliebt werden wollen. Innerhalb der ‚Nächsten‘ sind es dann wiederum die eigenen Glaubensgenossen.

Es ist zutiefst schlimmste Schwärmerei, von einem ‚Programm Jesu‘ zu schwadronieren und die gesamte Schöpfungsordnung außer Acht zu lassen: wir kommen nicht aus dem Chaos einer Lagerhaltung, sondern von den Eltern her – und sind Teil eines Volks.

Wenn Herr Woelki hier das eigene Volk gegen namenlose Millionen Kinder ausspielt, vergeht er sich an Gott und jede Ordnung. Nicht zuletzt deshalb ist es ein scheinheilige Lüge, ausgerechnet der CSU mangelnde Verfassungstreue vorzuwerfen ( kardinal-woelki-gegen-afd). Gerade die CSU hatte das wichtige Gutachten zur Verfassungsbeschwerde durch den ehemaligen Verfassungsrichter Di Fabio in Auftrag gegeben ( Gutachten_Prof_Di_Fabio) .

Es waren namhafte Verfassungsrichter wie z.B. Rupert Scholz, die Di Fabio beigepflichtet haben: natürlich gibt es eine Obergrenze für Pflichtlinge, worauf unser Finanzminister Wolfgang Schäuble schon letztes Jahr am Nationalfeiertag hinwies. Der ‚Welt‘ sagte er damals:

ultra posse nemo obligatur(Welt, 2./3.10.15: Über sein Können hinaus ist niemand verpflichtet.)

Natürlich hat alles eine Obergrenze: wie alle Geschöpfe Gottes sind wir endlich, Herr Woelki, wie sollte es ausgerechnet ein Staat nicht sein?

Unser Gebet, nicht nur der Christen in der AfD, ist Ihnen sicher!