Kardinal Reinhard Marx

Mit Merkel-Raute: unselige Verbindung von Thron mit Kanzel

In einer Demokratie herrscht Meinungsfreiheit: jeder Bürger ist frei, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Natürlich gehören auch Interessengruppen, wie Gewerkschaften und Sozialverbände sowie Kirchen, dazu.

Totalitäre absolut Setzungen gehören in einer Diktatur, nicht zur Demokratie. Demokratie ist Volksherrschaft, in welchem das Volk entscheidet, welche Obergrenze es für seine Zwecke will.

Völlig absurd ist es, das Asylrecht absolut als unangreifbare Norm zu setzen, die es gar nicht haben kann: man kann in ein Haus nicht mehr aufnehmen, als sich Raum in ihm befinden. Und wie die Räume aufgeteilt werden, befindet die politische Willensbildung unter Beachtung wirtschaftlicher Kraft und möglicher sozialer Entwicklungen.

In einem Interview mit der ‚taz‘ sagte er (zitiert nach Domradio.de vom 26.9.16 Marx gegen Obergrenzen, hier als PDF: kardinal-marx-gegen-Obergrenze ):

Wir sind dagegen, denn die rechtlichen Grenzen werden nicht durch eine fiktive Zahl festgelegt, sondern durch unser Asylrecht und die Genfer Flüchtlingskonvention. Daran sind wir gebunden.

Nein, da hat er Recht: die rechtlichen Grenzen werden an und für sich nicht „durch eine fiktive Zahl“ festgesetzt, aber die verwaltungstechnische Umsetzung doch wohl schon, oder Herr Kardinal?

Also in Berlin fällt weiterhin Sportunterricht aus, weil Turnhallen mit Flüchtlingen belegt sind; und von öffentlichen Räumen abhängige Sportvereine können keine Integrationsleistungen anbieten: weder von jungen Bio-Deutschen in die Gesellschaft der Erwachsenen noch die von jungen Emigranten in die deutsche Gesellschaft.

Nach Kardinal Marx soll Deutschland das Vorzeigeland der Welt werden: Deutschland rettet die ganze Welt. Er meint, die Kirche müsse die

universale Karte spielen, das heißt: das Weltgemeinwohl im Blick zu behalten

Die katholische Lehre denkt anders: kein Staat der Welt kann die Welt retten – widerwärtige Totalitarismen, wie Kommunismus und Nationalsozialismus, versuchten es und sich – Gott sei Dank! – daran gescheitert!

Der ‚Katechismus der Katholischen Kirche‘ lehrt über die ‚Pflichten der Behörden‘:

Die Vorgesetzten sollen die austeilende Gerechtigkeit weise ausüben, dabei den Bedürfnissen sowie dem Beitrag eines jeden Rechnung tragen und gegenseitiges Einvernehmen und Frieden anstreben. Sie sollen darauf bedacht sein, daß die von ihnen getroffenen Maßnahmen und Anordnungen nicht dadurch in Versuchung führen, daß sie das persönliche Interesse in Widerspruch zum Gemeinwohl bringen. (KKK2236)

Offensichtlich möchte gerne Kardinal Marx den Titel ‚Oberster Moralapostel‘ tragen: das ist völlig gegen den Gedanken des Katholizismus: die Kirche im Dorf lassen und damit für alle da zu sein (katholisch heißt allgemein)!

Ohne jeden Grund bringt er die guten Katholiken in seinem Bundesland in völlig lächerliche Gewissensnöte. Dass sich Herr Marx erdreistet ausgerechnet dem wirtschaftlich stärksten Bundesland Deutschlands dermaßen frech die Leviten lesen zu müssen glaubt, ist nicht nur übertrieben: es treibt die Absurdität auf die Spitze!

Ich meine: Herr Seehofer, bitte lassen Sie sich nicht beirren!