Homo-Häresie in Speyer

Wenn die Kirche vor dem Zeitgeist zu Kreuze kriecht

                                                                                                         Berlin, 9.September 2018

Wenn das selbsternannte „Zentralorgan der Homo-Lobby“, queer.de, eine Meldung der katholischen Kirche unzensiert und ohne kritischen Kommentar veröffentlicht, dann muss man genau lesen, um was es geht.

Der Apostel Jakobus sagt es treffend und nennt gleich die Todsünde der Unzucht beim Namen:

Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? (Jak 4,4)

  1. Beleg: Initiative ‚Verschiedenheit wertschätzen‘[1]

Das Bistum Speyer kennt keine Sünde mehr, jedenfalls dann nicht, wenn es sich um gleichgeschlechtliche Sexualität handelt, welche die Kirche immer verurteilt hat: Unzucht nennen wir solche Handlungen.

Auf der Internetseite des Bistums Speyer heißt es unter dem Datum vom 9.August 2018 über die neue Arbeit von Axel Ochsenreither und Monika Kreiner:

„Die beiden Pastoralreferenten wollen durch Gespräche und persönliche Begleitung dazu beitragen, Vorurteile abzubauen, Diskriminierung zu verhindern und dem Thema in der Kirche „ein Gesicht und eine Stimme“ zu geben. Denn vielfach sei die Lebenssituation von homosexuellen Frauen und Männern noch immer von Abwertung und Zurücksetzung bestimmt.“[2]

Die beiden Bistumsmitarbeiter werden mit den Worten zitiert:

„Es ist verletzend und wird der Würde eines Menschen nicht gerecht, wenn man ihn auf seine sexuelle Orientierung reduziert“[3].

Nicht die katholische Kirche wirbt mit ihrer Hauptlebensform für Laien, der Ehe zwischen Mann und Frau mit Kindern, sondern die heidnischen Lebensformen bekommen einen Platz inmitten der Kirche:

„Das bedeute auch, sich der verschiedenen Lebensformen bewusst zu werden und offen für die Anliegen und Erfahrungen homosexueller Frauen und Männer zu sein.“[4]

Und: „Dabei geht es nicht um ein neues Spezialangebot, sondern um die Einladung an homosexuelle Frauen und Männer, an den ganz normalen kirchlichen Veranstaltungen, an Gottesdiensten, Pfarrfesten und ähnlichem teilzunehmen.“[5]

Früher war gleichgeschlechtliche Unzucht eine Todsünde, die bereut werden musste, um zur Eucharistie zugelassen werden zu können.

Jetzt geht es um eine „Einladung […], an Gottesdiensten, Pfarrfesten und ähnlichem teilzunehmen.“

 

  1. Beleg: Einhelliges Pressecho

Wer glaubt, ich sei mit meiner Interpretation zu einseitig, braucht nur den Pressespiegel dazu lesen.

In Sonderheit das selbsternannte „Zentralorgan der Homo-Lobby“[6], queer.de, gibt die Pressemeldung des epd[7] 1:1 wieder – ohne jede Beanstandung und kritischem Kommentar.[8]

Die gleiche Pressemeldung veröffentlichen die Regionalmedien ‚Pfalz-Express‘[9], ‚Echo-online‘[10], ‚Bürstädter Zeitung‘[11] und ‚Lampertheimer Zeitung‘[12].

 

Man könnte fast von ‚Gleichschaltung‘ sprechen, wenn die katholische Kirche genau das will, was die heidnische Gesellschaft schon immer wollte.

 

  1. Beleg: Beschluss des BDKJ Speyer 2016[13]

Einstimmig hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend des Bistums Speyer beschlossen:

„Vielfältige Identitäten, Lebensentwürfe und Lebenswelten prägen unsere Gesellschaft. Dimensionen wie Alter, Geschlecht, Nationalität, (ethnische) Herkunft, Religion, Weltanschauung, Beeinträchtigung oder Behinderung, sexuelle Identität und Orientierung bestimmen Chancen und Partizipationsmöglichkeiten von Menschen. Mit diesem Positionspapier setzen wir uns ein für eine von Offenheit sowie Toleranz geprägte und einladende Gesellschaft und qualifizieren die Haltung, die wir der katholischen Jugendverbandsarbeit im Bistum Speyer entsprechend zugrunde legen möchten.“[14]

Und:

„Diversität in der Jugendverbandsarbeit beschreibt für uns als BDKJ Speyer ein Bewusstsein für Verschiedenheit sowie deren Anerkennung und Wertschätzung. Wir sehen jeden Menschen als einzigartig an. Entsprechend heißt diversitätsbewusste Jugendverbandsarbeit für uns Diskriminierungen verurteilen und entgegenwirken, Inklusion unterstützen und Machtstrukturen hinterfragen.“[15]

In diesem Sinne sind „Diskriminierungen“ solche Handlungen, die die katholische Sexualmoral in Wort und Schrift verbreiten – und „Machtstrukturen“ der Apostolische Stuhl höchstselbst, der die der katholischen Lehre Widerstreitenden ver- bzw. absetzt.

So richtig es ist, jeder Diskriminierung und Herabsetzung von LGBT-Menschen zu wehren, so falsch ist es, damit offene Unzucht zu fördern.

 

  1. Beleg: Diözesanversammlung des BDKJ Speyer 2015

Wie schon im Fall des Erzbistums Köln war es die ‚katholische‘ Jugend, die den Vorreiter für die Unmoral bildete:

„Seit 2014 arbeitet der Ausschuss Diversität des BDKJ Speyer an einer thematischen Standortbestimmung des Dachverbandes für den Themenbereich Diversität und Diskriminierung. Im Rahmen eines Studienteils legte der Ausschuss am Samstag seine bisherigen Ergebnisse vor und bot den Delegierten Möglichkeiten zum Austausch. Die Rückmeldungen aus dem Verbänden führten zum klaren Votum der Versammlung für einen [sic] Weiterführung der Arbeit des Ausschusses. Als Handlungsziele wurden eine praktische Umsetzungen [sic] der Ergebnisse in Arbeitshilfen und Publikationen vereinbart, um den Prozess der Meinungsbildung in den Verbänden voran zu bringen. Heike Vogt, BDKJ-Diözesanvorsitzende, betont: „Die Auseinandersetzung mit Diversität und Diskriminierung ist für uns eine wichtige Herausforderung. Wir wollen als katholische Jugend hier klar Position beziehen.“[16]

[1] https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7581&cHash=a513fa967c8a9d4bd7add6c92921128e

[2] https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7581&cHash=a513fa967c8a9d4bd7add6c92921128e

[3] https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7581&cHash=a513fa967c8a9d4bd7add6c92921128e

[4] https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7581&cHash=a513fa967c8a9d4bd7add6c92921128e

[5] https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7581&cHash=a513fa967c8a9d4bd7add6c92921128e

[6] So ihr eigener Slogan: https://www.queer.de/

[7] Evangelischer Pressedienst (!).

[8] https://www.queer.de/detail.php?article_id=31701

[9] https://www.pfalz-express.de/verschiedenheit-wertschaetzen-bistum-speyer-geht-auf-homosexuelle-frauen-und-maenner-zu/

[10] https://www.echo-online.de/lokales/nachrichten-rhein-neckar/bistum-speyer-startet-angebot-fur-homosexuelle_18997777

[11] https://www.buerstaedter-zeitung.de/lokales/nachrichten-rhein-neckar/bistum-speyer-startet-angebot-fur-homosexuelle_18997777

[12] http://old.lampertheimer-zeitung.de/lokales/nachrichten-rhein-neckar/bistum-speyer-startet-angebot-fuer-homosexuelle_18997777.htm

[13] „In den im BDKJ-Diözesanverband Speyer zusammengeschlossenen Jugendverbänden organisieren sich ca. 8.500 Kinder und Jugendliche. Die Zahl der Mitglieder in den Jugendverbänden ist in den vergangenen zehn Jahren um 5 % gesunken. Berücksichtigt man den demographischen Wandel (in den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Jugendlichen auf dem Gebiet der Diözese Speyer um 13 %) wird deutlich, dass die katholischen Jugendverbände heute prozentual sogar mehr Jugendliche erreichen als vor zehn Jahren.“(zitiert nach: https://www.bistum-speyer.de/fileadmin/user_upload/1-0-0/Gemeindepastoral_2015/Grundlegende_Dokumente/Grundsatzpapier_2015_WEB.pdf.pdf )

[14] https://www.bdkj-speyer.de/themen/diversitaet/

[15] https://www.bdkj-speyer.de/themen/diversitaet/

[16] https://www.dpsg-speyer.org/index.php/dioezesanverband-speyer/24-dioezesanverband-speyer/571-dioezesanversammlung-des-bdkj-in-homburg