Homo-Häresie bei der Caritas

Offenheit für Erotik in allen Richtungen ist keine Nächstenliebe

 

Berlin, 18.November 2018

Die Caritas Deutschland ist ein riesiges Wirtschaftsimperium mit mehr als sechshunderttausend hauptamtlichen Beschäftigten und fast eben so vielen Ehrenamtlichen.

Caritas ist das lateinische Wort für die christliche Nächstenliebe. Leider wird in der Caritas inzwischen alles geliebt – nur nicht mehr Jesus und das Evangelium.

Bitte lesen Sie selbst!

 

  1. Beleg: ‚Kinder und Jugendliche lassen ihr Geschlecht nicht zu Hause‘[1]

In einem Artikel von 2014 heißt es:

„Sexualität kommt in diversen Varianten und Orientierungen vor: überwiegend als Heterosexualität in Ausrichtung auf das andere Geschlecht, aber auch als homoerotische Ausrichtung auf das eigene Ge­schlecht. Transsexualität meint eine Differenz zwischen biologischem und gefühltem Geschlecht, was als schmerzhafte Diskrepanz erlebt und von einigen medizinisch verändert wird. Unter Intersexualität wird eine nicht eindeutige Zuordnung einer Person zu einem bestimmten Geschlecht verstanden. Nicht selten gibt es Bisexualität, also das Hingezogensein zu beiden Geschlechtern, wobei dann häufig eine Ausrichtung nicht gelebt wird, weil sie gesellschaftlich tabu ist. Tragisch ist die sexuelle Ausrichtung Erwachsener auf Kinder und auf Jugendliche, weil hier Verletzungen kindgerechten Umgangs mit Sexualität stattfinden und Kinder schweren Schaden nehmen.“[2]

Während alle sexuellen ‚Ausrichtungen‘ als normal angesehen werden, ist nur die Pädophilie als die ‚Ausrichtung eines Erwachsenen auf ein Kind‘ nicht ‚normal‘. Ein Grund wird nicht genannt.

Weil dieser Unsinn mit der katholischen Lehre gar nicht konform geht, muss es in dieser ‚Ausrichtung‘ folgerichtig weiter so lauten:

„Diese Vielfalt der sexuellen Ausrichtungen ist den Verfassern des sogenannten Weltkatechismus ‚Katechismus der Katholischen Kirche 1992/1993‘ (KKK) offenbar unbekannt. Immerhin verurteilt dieser homoerotisch ausgerichtete Männer und Frauen nicht mehr, disqualifiziert jedoch homosexuelle Beziehungen und Handlungen. Katholische Priester, die ein Coming-out hatten, müssen das Zelebret abgeben und evangelische Pastorinnen und Pastoren, die in Bayern in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, müssen dies der Gemeinde bekanntgeben.“[3]

Weil die katholische Kirche von der Ebenbildlichkeit Gottes als Mann und Frau ausgeht, wird sie scharf kritisiert und als weltfremd („offenbar unbekannt“) bezeichnet.

Nicht mehr das Evangelium der Vergebung der Sünde von Sexualität außerhalb der Einehe von Mann und Frau ist die Norm, sondern die „Vielfalt der sexuellen Ausrichtungen“.

Vor gut 120 Jahren wurde die Caritas von der katholischen Kirche gegründet: nun will die Caritas umgekehrt, dass die katholische Kirche sich neu gründet – und die katholische Lehre verrät. So ändern sich die Zeiten.

 

  1. Beleg: ‚Der Realität begegnen‘[4]

In einem Kommentar über ‚Homosexuelle Elternpaare‘ schreibt ein Peter Wenzel am 4.9.2017:

„Homosexualität und katholische Kirche. Geht das? Es fällt nicht schwer zu glauben, dass es auch im KiTa Zweckverband unter den 3000 Beschäftigten persönliche Erfahrungen gibt. Nicht nur die Verantwortlichen in der Elementarpädagogik, auch die Essener Bistumsleitung zeigt, was Toleranz bedeutet. Bischof Franz-Josef Overbeck pflegt seit einigen Jahren einen aufrichtigen, intensiven Dialog mit dem Forum Essener Lesben und Schwule. Er macht dabei immer wieder deutlich, dass die Türen der Kirche für alle offenstehen – egal welche sexuelle Orientierung sie haben.“[5]

Da ist also zunächst die Binnen-Perspektive von mehr als 600.000 Hauptamtlichen sowie weiteren 500.000 freiwilligen Mitarbeitern der Caritas Deutschland[6] insgesamt.

Nun, die Kinder der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sind nicht bei der Caritas Deutschland angestellt. Aber wenn die normative Kraft nicht mehr aus der katholischen Lehre kommt, sondern auf dem Faktischen, dann spielen Kinder buchstäblich keine Rolle.

Nein, die Kinder dürfen es nicht komisch finden, wenn alle anderen Kinder einen Papa und eine Mama haben. Und nein: woher die Kinder kommen, dürfen sie auch nicht fragen, denn Kinder kommen bis zum heutigen Tag ja von Papa und Mama, weil Papa und Papa sowie Mama und Mama gar nicht gehen.

Und völlig vermurkst werden die Lebensfragen der Kinder nicht wahrgenommen, sondern die Rechtfertigungsstrategie für das völlig Unnormale:

„Und welche Antwort bietet er, wenn ein Kind den Erzieher(inne)n seine zwei Papas ­vorstellt? Mir bleibt nur zu sagen: „Das Kind in seiner Lebensrealität wahrnehmen und nach Kräften unterstützen!“ Doch sind wir darauf vorbereitet? Haben wir Bilderbücher, in denen sich Kinder mit zwei Vätern wiederfinden, Aufnahmeformulare, die geschlechterneutral ge­staltet sind? Und was bedeutet ein Vater-Bastelabend für ein Kind mit zwei Müttern?“[7]

Ja, das sind Fragen über Fragen – direkt aus der Lebenswirklichkeit des Caritas-Häresie-Biotops für alle normalen Familien von Vater, Mutter und Kindern in Deutschland.

 

  1. Beleg: Wenn die Caritas ganz offen für homosexuelle Mitarbeiter wirbt[8]

Die Caritas Osnabrück wirbt um neue Mitarbeiter, die entweder nicht-katholisch oder Nicht-Kirchgänger oder homosexuell sind.

Ganz offen heißt es dazu im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bei ‚Deutschlandradio‘: „Eine sechsstellige Summe haben Caritas und Bistum Osnabrück für die Kampagne bezahlt. Dazu gehört auch eine Internetseite, die mehr über die Mitarbeiter verrät. Etwa das eine von ihnen homosexuell ist. Für die Caritas kein Problem: ‚Uns gehen die Schlafzimmer unserer Kolleginnen und Kollegen gar nichts an, um das einfach mal auf den Punkt zu bringen.‘ Ganz vorne auf die Plakate haben die Kampagnen-Verantwortlichen das Thema aber nicht platziert: ‚Wir haben das nicht offensiv als Plakat gespielt, weil es ein Wunsch war aus der Mitarbeiterschaft, nicht mit der Sexualität eines Mitarbeiters zu werben. Das haben wir dann anders platziert, auch über Social Media und da wird dann deutlich, dass diese Vielfalt bei uns willkommen und Alltag ist.‘“[9]

 

Was bei der protestantischen Diakonie schon lange das Weltbild ist, muss auch bei der katholischen Caritas eingeführt werden? Dass bestenfalls nur die Taufe zählt, um irgendwie ‚religiös‘ zu sein?

Nach katholischer Lehre ist es nur möglich den Nächsten wahrhaft und uneigennützig in der Gemeinschaft mit dem eucharistischen Jesus zu lieben: alles andere ist Selbstbetrug.

 

  1. Beleg: ‚Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse‘ vom 27.April 2015[10]

Im Abschnitt über die ‚Loyalitätsobliegenheiten‘ heißt es eigentlich ganz eindeutig:

„Von den katholischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird erwartet, dass sie die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre anerkennen und beachten.“[11]

Schon von den vielen Nicht-Christen wird die Quadratur des Kreises gefordert:

„Nicht-christliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen bereit sein, die ihnen in einer kirchlichen Einrichtung zu übertragenden Aufgaben im Sinne der Kirche zu erfüllen.“[12]

Wie soll ein Moslem den Kindern im Kindergarten das christliche Verständnis vom all genügsamen Opfer Christi am Kreuz „im Sinne der Kirche“ nahebringen?

Und wie soll ein homosexueller Mitarbeiter die katholische Lehre von der Keuschheit vor, in und nach der Ehe „anerkennen und beachten“ – in der Familienberatung?

Oder um es mit Prälat Dr. Peter Neher zu sagen:

„Der Balanceakt zwischen der Bewahrung des kirchlichen Propriums und den individuellen Lebensverläufen der Beschäftigten ist kein leichter, und das lange Ringen darum bezeugt, dass es sich die Bischöfe und die von ihnen beauftragte Arbeitsgruppe nicht leichtgemacht haben. Letztendlich haben sie mit der überarbeiteten Grundordnung jedoch die Tür dazu aufgestoßen, die Lebenswirklichkeit der Menschen in der ganzen Bandbreite besser zu würdigen“[13].

Letztlich darf jeder Caritas-Beschäftigte alles tun, denken und glauben, wenn er es nicht zu laut tut. Die ‚Süddeutsche Zeitung‘ folgert richtig: „Eine Entlassung soll künftig nur dann die letzte Möglichkeit sein, wenn der Fall die Integrität und Glaubwürdigkeit der Kirche beeinträchtigt oder ‚ein erhebliches Ärgernis in der Dienstgemeinschaft oder im beruflichen Wirkungskreis‘ erregt.“[14]

Mit einem Wort: die Balance zwischen Gottlosigkeit und katholischer Lehre darf jeder mit seinem eigenen Gewissen ausmachen – damit ein Herr Dr. Peter Neher nicht eingreifen muss.

[1] https://www.caritas.de/neue-caritas/heftarchiv/jahrgang2014/artikel/kinder-und-jugendliche-lassen-ihr-geschlecht-nicht-zu-hause

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] https://www.caritas.de/neue-caritas/kommentare/der-realitaet-begegnen

[5] Ebd.

[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Caritasverband

[7] Ebd.

[8] https://www.deutschlandfunk.de/kirche-als-arbeitgeber-ist-es-okay-wenn-ich-den-naechsten.886.de.html?dram:article_id=427700

[9] Ebd.

[10] https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/VDD/Grundordnung_GO-30-04-2015_final.pdf

[11] Ebd.

[12] Ebd.

[13] https://www.caritas.de/neue-caritas/kommentare/ueberfaellige-entscheidungen

[14] https://www.sueddeutsche.de/karriere/arbeitsrecht-liebe-und-arbeite-1.2466025