FSSPX-Schisma

Liturgie-Reservat für FSSPX – und Quarantäne für Rom?

Berlin, 1.Juli 2018

Vorgestern feierten wir die beiden großen Apostel und Heiligen Petrus und Paulus: beide starben für ihren Herrn und Heiland Jesus Christus. Beide standen treu zur Lehre Jesu.

Beide sind das, was ihre Namen sagen: Petrus heißt ‚Fels‘ auf Griechisch. Und Paulus heißt der ‚Kleine‘.

Petrus wurde von Jesus verheißen, dass die Pforten der Hölle ihn nicht überwinden werden – und alle die auf ihn bauen können.

Und Paulus ist der Größte aller Theologen, weil er von sich selbst als dem Kleinsten spricht.

Beide arbeiteten durchaus eng miteinander zusammen. Der Größte unter den Theologen kam nämlich in größter Demut in Jerusalem mit Petrus und den anderen Aposteln zusammen: es tagte das erste katholische Konzil in Jerusalem (nachzulesen in der Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 15).

Paulus lehrt, dass Jesus Heiland der ganzen Welt ist – und nicht nur zum auserwählten Volk der Juden gesandt ist. Nein, ER ist König der ganzen Welt. Und die Gojim, die Heidenvölker, brauchen nicht das jüdische Gesetz halten, also erst einmal zu Juden werden, um dann gerettet werden zu können.

Der Piusbruder-Bischof Bernard Fellay gibt einen Tag vor dem wichtigen Peter-und-Paul-Fest in der ‚Tagespost‘ ein Interview (28.Juni 2018, S.2f). Nein, keine Demut, sondern in Floskeln verbrämte schwerste Vorwürfe gegen den Heiligen Vater, das Zweite Vatikanische Konzil und die katholische Lehre insgesamt.

Kern und Stern ist der Vorwurf, die Messe in der Volkssprache sei ein „Bastard“, wie sie Erzbischof Lefebvre wörtlich in seiner Rede am 29.8.1976 in Lille bezeichnet hat. Weiter sprach er damals:

Der Meßritus ist ein illegtimer Ritus. Die Sakramente sind illegitime Sakramente. (Damit die Kirche fortbestehe I, 175.)

Sein Nachfolger als Generaloberer der Pius-Bruderschaft sagt wörtlich im oben genannten Interview:

Die neue Messe hat Mängel und birgt Gefahren. Natürlich ist nicht jede neue Messe direkt ein Skandal, aber die wiederholte Feier der neuen Messe führt zu einem schwachen Glauben oder sogar zum Verlust des Glaubens.

Um es kurz zu sagen: Luther sagte vom Katholizismus nichts anderes, wenn er meinte, dass Konzile irren können und die Messe verdorben sei.

Die Verheißung an Petrus, wonach die Pforten der Hölle die katholische Kirche niemals überwinden können, ist also hinfällig – wenn man den Piusbrüdern glaubt.

Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen diesen großspurigen Verteufelungen der guten katholischen Lehre – und den vielen modernistischen Angriffen gegen den heiligen Messritus? Denn es sind auch die Ultraliberalen, die gerne eine andere Messe möchten!

Und worin besteht der Unterschied zwischen Luther und Lefebvre? Beide unterwarfen sich nicht dem Lehramt und hielten an ihren eigenen Lehren fest.

Die Selbstlähmung in Sachen Liturgie der Piusbrüder schreit zum Himmel: kein Wort gegen das Gendermainstreaming und kein Wort gegen die Interkommunion findet sich im gesamten Interview.

Nein, zu den furchtbaren Heimsuchungen der deutschen Ortskirche hat Bischof Fellay buchstäblich in einer deutschen gut katholischen Zeitung nichts zu sagen: nicht ein einziges Wörtlein!

Lasst uns für die irregeleiteten Schafe der Piusbrüder beten!