Burkaverbrennung und AfD

Offener Brief an die AfD

Sehr geehrter Herr Pazderski,

Ihr Berliner Wahlprogramm ist gut. Nicht gut ist Andreas Wild: wer muslimische Symbole, wie die Burka verbrennen möchte, tut mehr, als irgend nötig, denn er beleidigt alle Moslems.

Wer gegen die Vollverschleierung ist, so wie ich, darf die Religion dahinter nicht beleidigen; als echter Bio-Berliner bin ich stolz auf das Zusammenleben mit Türken; viele von ihnen sind bessere Deutsche; die meisten der derzeitigen Deutschtürken dürften die Flüchtlingsströme mir Argusaugen sehen; die gut Integrierten darf man nicht verprellen.

Wer brachial die Religion Andersgläubiger in den Schmutz zieht, verprellt die Besten der Besten; die Rückbesinnung auf die christliche Kultur ist eine letztlich auf Gott selbst. Und da ist es bei Andreas Wild und Björn Höcke herzlich schlecht bestellt.

Was der AfD fehlt, ist ein Gefühl für Deutschland: ich bin stolz auf Jerome Boateng – wie viele andere auch. Und ich weiß, dass eine Triebfeder der türkischen Obsthändler für gute Ware ihre Religion ist.

Die Frage muss die sein, die Österreich an die islamischen Multiplikatoren stellt: wie hältst du es mit unserer Verfassung? Wie stehst du zur Scharia?

Die IS-Terroristen brauchen solche Knalltüten wie Andreas Wild, die die notwendigen Fragen gerade nicht stellen, sondern alle Moslems unter Generalverdacht.

Die AfD hat ein Problem: eine Front National, wie auch Petry sie will, hat in Deutschland nichts verloren. Die gute alte CDU speiste sich als Volkspartei aus der Trias Nationalkonservativismus, katholische Sozialehre und freie Marktwirtschaft. Eine CDU 2.0 brauchen wir dringender, denn je.

 

Gottes reichen Segen!

Ihr

 

Stephan Gröne