BAMF-Vaterunser: „deine Engel legen es fest. Sie kommen ins Erdreich.“

Wenn es nicht so traurig wäre: BAMF-Anhörer kennen Vaterunser nicht

Wenn im Heimatland eines Asylanten die Todesstrafe für den Übertritt zu einer Nicht-Islam-Religion steht, dann sollte man doch wohl annehmen, dass die Anhörer des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) größte Sachkenntnis und Einfühlung walten lassen, wenn einer solcher Flüchtling zum christlichen Glauben übertritt. Denn: würde er in sein Heimatland abgeschoben, müsste er wohl mit dem Tode rechnen.

Und abdingbar sind gute Übersetzungen: die Dolmetscher sollten wenigstens Grundkenntnisse der Religion haben, um die es geht.

In der BAMF-Dolmetscher-Sprache klingt das Vaterunser wie eine Verballhornung des christlichen Glaubens:

Oh du Vater im Himmel, deine Engel legen es fest. Sie kommen ins Erdreich. Nimm unsere Gebete entgegen. Gib uns Brot.

Lesen Sie hier den ganzen Facebook-Post von Pastor Gottfried Martens vom 27.11.2016:

Vor gut zwei Monaten kam ein iranischer Christ in unsere Gemeinde. Er war gerade in Deutschland angekommen und wollte nun sichergehen, dass er auch in einer Gemeinde gelandet war, die die Bibel als Gottes Wort ernst nimmt. Und so unterzog er mich als Pastor erst einmal einem Glaubensexamen, bevor er sich davon überzeugen ließ, dass es sich bei uns wohl um eine rechtgläubige Gemeinde handelt. Womit er nicht gerechnet hatte, war, dass er kurz darauf beim Bundesamt ebenfalls einem Glaubensexamen unterzogen würde, das allerdings ganz anders aussah. Was ich hier gelesen habe, ist wieder einmal ein Musterbeispiel für die drei Probleme, denen wir in den meisten Anhörungen unserer Gemeinde begegnen:
– Anhörer, die selber kein Gespür dafür haben, was der christliche Glaube eigentlich bedeutet
– Völlig inkompetente Dolmetscher
– Entscheider in den Entscheidungszentren, die per Knopfdruck immer wieder dieselben Texte für die Ablehnungen der Asylanträge persischer Christen formulieren.
Ich zitiere einen typischen Abschnitt aus dem Protokoll. Der Antragsteller hatte vorgetragen, dass er sich in der Türkei in einer freikirchlichen Gemeinde hatte taufen lassen. Die erste Frage der Anhörerin lautet natürlich gleich wieder: „Wie lautet ihr Taufspruch?“ Darauf reiten Anhörer immer wieder herum – stets in der irrigen Annahme, dass sich Täuflinge selber den Taufspruch aussuchen und dass die Taufe nur eine Zeremonie zum Vortrag des selbstausgesuchten Taufspruchs sei.
Ich zitiere einmal wörtlich einige Absätze, aus denen die oben genannten Probleme wohl genügend deutlich hervorgehen – man beachte vor allem die sprachliche Klarheit der Übersetzung des Dolmetschers:
F: Wie lautet Ihr Taufspruch?
A: Du hast den Glauben Jesus, des Gottes, unsere Sünden vergeben durch das Kreuz. Dein Blut wird nach drei Tagen rein sein. Unser Feind, Tod und Satan, werden gezwungen und durch Gott wird festgelegt, dass ich in den Namen des Gottes, des Sohnes und des heiligen Geistes dich taufe.
F: Welche Bedeutung hat Ihr Taufspruch für Sie persönlich?
A: Dass man wieder als Christ neu geboren ist, und dass all meine Sünden gereinigt wurden. Und dass es eine Bindung zu Gott gibt. Und die Säuberung der ganzen Sünden passiert.
F: Ich meine: Warum haben Sie sich ausgerechnet diesen Taufspruch ausgesucht und welche Bedeutung hat gerade dieser Taufspruch für Sie? Warum also ist die Wahl auf diesen Taufspruch gefallen?
A: Diesen Satz habe ich nicht ausgewählt. Er steht in der Bibel. Der Pastor kam und hat ihn mir vorgesprochen. Es gibt aber einen Vers 28.18.19. Den hat der Pastor während der Taufe gesprochen, den habe ich mir ausgesucht.
F: Verstehe ich das richtig: Sie haben sich Ihren Taufspruch nicht ausgesucht?
A: Der Pfarrer hat ihn vorgesprochen, ich habe ihn nachgesprochen und ihn als meinen akzeptiert.
F: Warum haben Sie sich gerade für den evangelischen und nicht für den katholischen Glauben entschieden?
A: Ich habe den Glauben an den Vater, den Sohn und den heiligen Geist angenommen. Alles, was in der Bibel steht, akzeptiere ich.
F: Ich möchte gerne wissen, warum Sie sich gerade für den evangelischen und nicht für den katholischen Glauben entschieden haben …


F: Wie heißen die vier Evangelien?
A: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
F: Sie sprachen eben von Martin Luther. Können Sie mir sagen, wer das war?
(Anmerkung G.M.: Die Anhörerin hatte aus „Markus, Lukas“ wohl „Martin Luther“ herausgehört, denn von Martin Luther war vorher in der ganzen Anhörung nicht die Rede gewesen)


F: Kennen Sie das Vaterunser?
A: Ja
Oh du Vater im Himmel, deine Engel legen es fest. Sie kommen ins Erdreich. Nimm unsere Gebete entgegen. Gib uns Brot.
(Anmerkung G.M.: Man beachte die präzise Wiedergabe des Vaterunsers durch den Dolmetscher)

Nun erhielt der besagte Christ vom Bundesamt die Ablehnung seines Asylantrags. Ich zitiere aus der Begründung: „Insgesamt erweckt der Antragsteller durch seinen Sachvortrag vielmehr den Eindruck, er bevorzuge ein westliches, von der freien Entfaltung der Persönlichkeit geprägtes Werte- und Lebenskonzept … Über das schablonenhafte Vorbringen vieler Konvertiten hinaus bezüglich eines freiheitlich geprägten Lebensstils machte der Antragsteller keine Angeben, die geeignet gewesen wären, eine ernsthafte Hinwendung zum Christentum anzunehmen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die christliche Religion des Antragstellers ihn in seiner Identität nachhaltig geprägt hätte und Ausdruck einer echten und tiefen inneren Überzeugung wäre. Vielmehr ist festzustellen, dass sich der Antragsteller offensichtlich ohne eine tiefere Auseinandersetzung mit den verschiedenen Facetten der christlichen Religion oder gar anderen Religionen taufen ließ.“

Merke: Wer sich einfach taufen lässt, weil er an Jesus Christus glaubt und die Vergebung der Sünden haben möchte, ohne sich vorher mit deutscher Konfessionskunde und mit dem Buddhismus auseinandergesetzt zu haben, zeigt damit, dass er kein ernsthafter Christ ist. Da kann er noch so oft beten „Deine Engel legen es fest. Sie kommen ins Erdreich.“ …

Alltag in unserer Gemeinde …