Meine 7-Kirchen-Wallfahrt II: wie Heiligtümer zu Museen werden

Smartphone-Junkies und Audio-Guide-Zombies erobern das christliche Rom

Berlin, 12.Mai 2019

  1. Machen Smartphones und Audio-Guides die Heiligtümer zu Museen?

Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber die Smartphone-Wisher sind nicht nur eine einzige Landplage, sondern eine grundsätzliche Schwierigkeit, über die wir nicht so einfach hinweggehen dürfen.

Es geht letztlich um die Macht der digitalen perfekten Bilder – über die analoge unvollkommene Welt.

Oder anders gesagt: der Teufel spiegelt uns das scheinbar vollkommene Leben in uns fremden und glatten Bildern vor, damit wir unser eigenes schwaches und sündhaftes Leben nicht mehr leben und begreifen! Es ist wie Orwells ‚Neue Welt‘: Bilder werden zu Drogen!

Und die andauernde Beschallung durch die Kopfhörer mittels Audio-Guides lässt den Menschen vollkommen in die Scheinwelt fremder Stimmen hinabsinken.

Das Irrste war: durch die Häuserschluchten des Neuen Roms außerhalb der Mauern in die christlichen Heiligtümer kommen – und die ganzen digitalen Zombies mit Smartphones und Kopfhörern erleben müssen: eine große Qual!

 

  1. Musikbeschallung und Museums-Style: die vier Hauptkirchen in Rom

Nun, als echter eingeborener Westberliner kann ich nur bestätigen: der Heilige Geist meidet Berlin, wo er nur kann – spätestens seit der Wannsee-Konferenz.

Und doch ist Rom noch krasser: Weihwasserbecken sind selbst im Petersdom schwer zu finden. Und nur im Petersdom wird eine Kleidungskontrolle ein kleines Bisschen durchgeführt und noch weniger durchgesetzt.

Musikbeschallung gibt es nicht nur in ‚Santa Croce a Gerusalemme‘, sondern auch in ‚Giovanni in Laterano‘ (oder war es ‚Santa Maria Maggiore‘?). Stimmt es wirklich, dass Christen sich selbst erniedrigen und die heiligsten Stätten der Christenheit entweihen, um es den Touristen noch einfacher zu machen?

Und warum? Der rettende Glaube an Jesus Christus kommt durch das Hören von Gottes Wort – und dazu nötige Besinnung in aller Seelenruhe.

 

  1. ‚Santa Croce a Gerusalemme‘: am schwächsten geschützt

Besonders krass ist die Lage in der Kirche, die die wichtigsten Reliquien der Christenheit enthält: die Hälfte der Kreuzinschrift, Kreuzespartikel und zwei Dornen der Krone – keine Polizei vor der Kirche und die mit Abstand wenigsten Pilger, jedenfalls im Verhältnis zum Petersdom, der Lateranbasilika und Maria Maggiore, die wenigstens Röntgengeräte zur Kontrolle haben.

Wo in dieser Kirche diese wichtigen Reliquien sind, ist eher zufällig herauszufinden; meine Frage an die Dame im Souvenir-Shop innerhalb der Kirche (!) verstand diese als Frage nach der Toilette…

Ja, und dann die Sicherung der Reliquien selbst: in einer Seitenkappelle mit Panzerglas – und drei Bankreihen mit 3 Meter Länge davor, also für ein Dutzend Personen…

So wenig Platz gab es sonst nirgends, als würde die katholische Christenheit ihren größten Schatz verstecken wollen – vor den Menschen selbst…

 

  1. Römische Selbst-Säkularisierung in Höchstform

Eigentlich wollte ich bei der Generalaudienz den Heiligen Vater auf die Missstände in Berlin hinweisen, z.B. auf das Satanszeichen ‚666‘ direkt am Hauptportal St. Joseph der derzeitigen Bischofskirche im Wedding. Jede Woche besuchen einige Hundert Menschen diese Kirche für die Gottesdienste, aber es interessiert niemanden, welchen Eindruck das Äußere macht.

In Rom scheint etwas Schlimmeres zu geschehen: die Christen entweihen sich selbst und ihren Glauben, indem sie ihre heiligen Orte zu Museen mit Musikuntermalung dem Zeitgeist unterwerfen!

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