Vergebung der Sünden ist ewiges Leben

Mein Ostern: die leise Stimme des Evangeliums

Berlin, Ostermontag 2019

Ich gebe es offen zu: wie so viele andere Menschen hatte ich ein zwiespältiges Verhältnis zu Ostern.

Die lauten Jubellieder zu Ostern passen so gar nicht zu dem, was ich im Alltag kenne: Hader, Streit und Zank in vollkommen überalterten Gemeinden. Kein Aufbruch, nirgends. Und was ist mit den 90% der Gemeindeglieder, die einfach nicht mehr kommen? Sind die abgeschrieben?

Und was ist mit den vielen, vielen ungetauften Heiden? Nein, von missionarischem Aufbruch keine Spur.

Und dann heute Morgen, dem Emmaus-Montagmorgen, wurde mir etwas bewusst. Vielleicht geht es gar nicht um einen grellen Triumphalismus gegen jeden Augenschein: die Überwindung des leiblichen Todes in der Auferstehung.

Natürlich, ich liebe Wunder – das größte aller physikalischen Wunder ist die leibliche Auferstehung des toten Jesus Christus. Jawohl, leibliche Auferstehung – gegen alle Bultmänner dieser Welt.

Doch das größte aller Wunder bleibt die Vergebung meiner Sünden – meiner eigenen Sünden, die erst mein ewiges Leben möglich macht.

Und meine Sünden: die sind konkret und leicht fasslich!

 

  1. Vergebung meiner Sünden: aus dem Teufelskreis ausbrechen!

Unrecht gibt es viel auf dieser Welt. Bekehrung heißt: das Unrecht in den Augen des anderen anerkennen.

Denn wenn ich die Schuld der anderen an mir wahrhaft erkenne, muss die Frage erlaubt sein: und ich, bin ich denn ein Unschuldslamm?

Wenn ich also zu Jesus hingehe und mich zu Recht über die Schuld der anderen beklage, dann fragt er mich zu Recht: „Und du, mein Kind, willst auch vergeben?“ Das ist die Frage des Vaterunsers: „Und vergib uns unsere Schuld – wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“

Dieser Perspektivenwechsel schafft allein wahrhafte Gemeinschaft: die Gemeinschaft der Sünder! Und je tiefer meine Reue über mich eigene Schuld ist, umso tiefer kann ich die Verstrickung der anderen in die Sünde verstehen.

Dieser neue Bekehrungsblickwinkel ist das Evangelium von Ostern: die Gefühlskälte am Osterfeuer brechen – Gott wahrhaft begegnen!

 

  1. Liebe macht erfinderisch!

Wenn ich um die Zerbrechlichkeit der menschlichen Beziehungen weiß, gehe ich den ersten Schritt. Und wenn ich weiß, wie schwierig es mit mir selbst ist, finde ich Wege von Ostern zum anderen: Emmaus-Wege der Liebe.

 

  1. Das Bußsakrament macht sogar Feindesliebe möglich!

Jesus begegnete den Jüngern von Emmaus im Sakrament der Eucharistie beim Brotbrechen. Und heute begegnet er uns im Besonderen im Bußsakrament. Wenn es mit leidtut, dass ich einen Arbeitskollege, der mir schwer schadet, nicht wenigstens kurz grüße, dann bin ich auf dem rechten Pfad, denn ich finde den Weg zur Liebe zurück. Auch wenn es sehr schwerfällt. Die Bosheit des anderen erkennen und dennoch ein ‚Ja‘ finden, nicht zur Sünde, nein, aber zur Person, die immer vielmehr ist, als reine Sünde.

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