‚Die Welt‘: Breitseite gegen Papa Emeritus

Ehemaliger Chefredakteur diffamiert BXVI. als „infam“ und „obskurant“

16.April 2019

Sehr geehrter Herr Schmid,

als treuer Abonnent der gedruckten Ausgabe kam ich heute Morgen in eine seltsame Verlegenheit, weil in mir der Kaffee einfach nicht im Magen bleiben wollte: kann es sein, dass bei meiner Lieblingszeitung ‚Die Welt‘ vollständig ungebildete Menschen arbeiten, die es irgendwie auf Seite Eins mit einem Leitartikel schaffen[1], um einfachste geschichtliche Sachverhalte zu verdrehen? Was hat Ihre Schimpfkanonade „infam“, „obskurantistischen Aufsatz“, „homegrown“ und „unerhört“ zu bedeuten?

Pädophilie, Herr ehemaliger Chefredakteur, ist mitnichten der seltene Austausch von Sekreten: im After von wehrlosen Kindern mit Sperma und Blut, wie es neuheidnische Öko-Phantasten gerne hätten[2], sondern der Alltag in der Antike.

Vielleicht haben Sie schon einmal etwas von der fabelhaften Online-Enzyklopädie ‚Wikipedia‘ gehört; da empfehle ich Ihnen folgenden Eintrag: „Die Belege für Homosexualität im antiken Griechenland sind zahlreich. Die gleichgeschlechtliche Liebe im antiken Griechenland wird oftmals als Musterbeispiel für Toleranz gegenüber Homosexualität im Allgemeinen zitiert. Eine detaillierte Betrachtung der Quellen bietet jedoch ein differenzierteres Bild. Die Knabenliebe wurde eindeutig gesellschaftlich akzeptiert und teilweise sogar gefördert.“[3]

Vielleicht haben Sie ja schon von einem Buch namens Bibel gehört. Ein antiker Autor namens Paulus schreibt glasklar in einem Brief an die griechische Christengemeinde zu Korinth ungefähr im Jahr 54 n.Chr.:

„Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder“. (I Kor 6,9)

Ohne Zweifel, Herr ehemaliger Chefredakteur, ist gerade der perverse Missbrauch von Erwachsenen mit wehrlosen Minderjährigen keinesfalls „homegrown“ in den christlichen Gemeinden. Das Umgekehrte ist wahr. Ohne Zweifel, Herr ehemaliger Chefredakteur, sind die Christen gerade diejenigen, die mit dieser widerwärtigen Perversion aufgeräumt haben – mit der Androhung der ewigen Höllenstrafe.

Empfehlenswert ist durchaus die Lektüre des Alten Testaments, Herr ehemaliger Chefredakteur, vielleicht haben Sie ja schon einmal gehört, dass es das Heilige Land namens Israel gibt. Und da sind einige starke Geschichten entstanden. Kinderschändung kommt dort einfach nicht vor: Mord, Ehebruch, Diebstahl, Vergewaltigung, Kriege ja, aber keine Vergehen an Kindern. So tief sind nur die gottlosen Heiden gefallen.

Es ist das jüdisch-christlich geprägte Abendland, in welchem die heidnische Perversion der Kinderschändung praktisch ausgerottet und als vollkommene Verdorbenheit geächtet wurde – bis die Grünen kamen.

Im Gegensatz zu so einem Neuheiden, wie Sie es sind, Herr ehemaliger Chefredakteur, sind wir Christen tatsächlich informiert; ‚Lustknabe‘ und ‚Knabenschänder‘ sind exakte termini technici dessen, was damals abging.

Im Übrigen hat man in der Antike nicht nur sexuell all das getan, was Ihnen als angeblich Aufgeklärtem normal erscheint, sondern auch unerwünschte Kinder, Kranke und alte Tattergreise als unnötige Esser einfach ausgesetzt. Unnötig ist die Frage, was Sie wohl so gerne mit dem weisen Papa Emeritus tun würden.

 

Hochachtungsvoll

 

Ihr

Stephan Gröne

 

PS: Eine Kopie geht an den Vorstandsvorsitzenden des Springer-Verlages, da dieser vielleicht über einen Online-Zugang (Internet!) sowie eine Bibel verfügt! Wie ich hörte, ist der Gründer des gleichnamigen Verlages ein guter Christ gewesen – und dessen lebende Witwe ist es desgleichen. Falls also der Vorstandsvorsitzende ebenfalls ungebildet ist, vielleicht hat die Witwe ein Erbarmen mit ungebildeten Neuheiden?

PPS: Wenn Sie sich also gerade unpässlich sind, Herr Döpfner, einfach beim nächsten Termin Frau Friede Springer fragen!

[1] https://www.welt.de/print/welt_kompakt/debatte/article191923833/Kommentar-Theologie-und-Zeitgeist.html

[2] https://www.welt.de/politik/deutschland/article119802652/Der-paedophile-Irrsinn-der-fruehen-Jahre.html

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualität_im_antiken_Griechenland

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s