Jesus in Abu Dhabi

Pluralität der Religionen und katholische Lehre: ein Widerspruch?

Berlin, 10.Februar 2019

Meine Freude über den Heiligen Vater ist übergroß: inmitten des Arabischen Halbmonds eine öffentliche Heilige Messe inmitten der Großstadt Abu Dhabi im Sportstadion – wer möchte da meckern?

Die christlichen Gastarbeiter haben einen Feiertag extra bekommen, damit sie einen Papst-Gottesdienst besuchen können[1] – wer möchte da unken?

 

‚Gemeinsame Erklärung zur Geschwisterlichkeit‘

Diese Erklärung ( Gemeinsame Erklärung ) ist ein Meilenstein in der Beziehung vieler Moslems zur katholischen Kirche. Ja, es geht ‚nur‘ um viele Moslems, denn der Kairoer Großimam repräsentiert nicht alle Moslems weltweit, sondern nur den staatsnahen Islam der staatsnahen ägyptischen Universität Al-Azhar.

Und dennoch: es gibt eigentlich nichts auszusetzen, erklären doch der Heilige Vater und der Großimam zusammen:

„Der Glaube lässt den Gläubigen im anderen einen Bruder sehen, den man unterstützt und liebt.“

Wow.

Und:

„Deshalb wir der Umstand verurteilt, Menschen zu zwingen, eine bestimmte Religion oder eine gewisse Kultur anzunehmen wie auch einen kulturellen Lebensstil aufzuerlegen, den die anderen nicht akzeptieren.“

Wenn das kein Sprengstoff für islamische Diktaturen ist?

 

„Pluralismus“ der Religionen?

Zu Fehldeutungen kann nur ein einziger Absatz geben:

„Die Freiheit ist ein Recht jedes Menschen: ein jeder genießt Bekenntnis-, Gedanken-, und Meinungs- und Handlungsfreiheit. Der Pluralismus und die Verschiedenheit in Bezug auf Religion Hautfarbe, Geschlecht, Ethnie und Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat. Diese göttliche Weisheit ist der Ursprung, aus dem sich das Recht auf Bekenntnisfreiheit und auf die Freiheit, anders zu sein, ableitet.“

Mit Verlaub: der Pluralismus der Religionen folgt weder aus dem ewigen Wesen Gottes noch Seiner Offenbarung, sondern aus der menschlichen Willensfreiheit!

Aufgrund des Sündenfalls wurde die innige Gemeinschaft mit Gott zerstört – und seitdem haben wir

„die Verschiedenheit in Bezug auf Religion“!

 

Maria lässt die Verehrung der heiligen drei Könige zu

Erinnern wir uns, wie heidnische Sternendeuter zu Maria eilten, um Jesus zu verehren (vgl. Matthäus 2,1-12). Um das tun zu dürfen, mussten sie sich nicht beschneiden lassen.

Nach jüdischer Vorstellung machten sich die beiden Juden Maria und Josef durch den Kontakt mit den Heiden kultisch unrein – sowie der fromme Jude Petrus zuerst nicht zum römischen Heiden-Hauptmann Kornelius wollte (vgl. Apostelgeschichte 10).

Maria und Josef verstießen also gegen fromme Sitten und Gebräuche – und nahmen den Beschluss des Jerusalemer Apostelkonzil zur Mission Ad gentes quasi vorweg (vgl. Apostelgeschichte 11).

 

Pluralismus der Religionen und Jesus Christus: ein Widerspruch?

Der Katholizismus denkt in Stufen: Natur und Gnade.

Die menschliche Natur in freiem Willen und Vernunft ist schwer beschädigt und krank, aber weiterhin vorhanden. Wir können erkennen, dass ein einziger Gott ist und dass es klug ist, das Gemeinwesen nicht zu beschädigen.

Irdischen Frieden zu schaffen, dient der Gnade Gottes: letztlich muss ein jeder Mensch gerettet werden durch den göttlichen Erlöser Jesus Christus.

Das Gemeinsame in den Religionen zu benennen, fördert die Umkehr der Einzelnen zu Gott in Jesus Christus.

Ein Widerspruch zwischen dem umher reisenden Kirchenpolitiker Franziskus und dem rechtgläubigen Heiligen Vater ist nicht vorhanden.

[1] https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-01/papst-franziskus-abu-dhabi-feiertag-messe-einlasskarte-gulf-news.html

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