Jesus für Juden: natürlich!

Warum die missio ad Domus Israhel so schön ist

Berlin, 27.Januar 2019

  1. Vorbemerkung

Am vorgestrigen Freitag feierten wir die Bekehrung des Juden Saulus zum jüdischen Christen Paulus: ein Todfeind der Kirche wurde Christ.

Judenmission ist also, wenn die Feinde Jesu sich bekehren können, weil ihnen Jesus Christus begegnet.

 

  1. Das Evangelium Jesu: Bekehrung aller Menschen

Der Evangelist Markus beschreibt die Frohe Botschaft als Buße und Glaube mit den Worten Jesu selbst:

„Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“(Mk 1,15b)

Denn theologisch gesehen gehören alle Menschen, Juden und Heiden, zur massa damnata, also zu den Kindern des Zornes, die nicht anders können als zu sündigen – es sei denn, sie rufen den Retter Jesus Christus an.

Kein Mensch auf dieser Erde braucht Jesus nicht, denn alle Menschen sind der Erbsünde unterworfen – außer Jesus und Maria.

Gerade am Todfeind Jesu können wir sehen, wie stark der Hass auf den Erlöser sein kann. Der Eifer für das Gesetz Gottes führt eben nicht zur Demut, sondern im Gegenteil zum Stolz, der unendlichen Selbstrechtfertigung.

Was sagt Jesus selbst von seiner Sendung?

 

  1. Die ersten Christen = Juden

Jesus war ein Jude – sowie seine Eltern Maria und Josef. Und alle Apostel. Die Christen waren also von Beginn an eine Untergruppe des jüdischen Glaubens.

Die Christen haben den Messias gefunden, den Israel schon lange gesucht hatte. Anders als die anderen Juden haben die Judenchristen die Vergebung im Sohn Gottes gefunden.

Jesus sagt von sich selbst:

„Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.“(Mt 15,24)

Auf Latein heißt das in der Vulgata folgendermaßen: „non sum missus nisi ad oves quae perierunt domus Israhel“.

Missus ist Mission. Und ad oves domus Israhel heißt Schafe Israels. Und zusammen heißt das: Judenmission!

 

  1. Der Dialog des Juden Stephanus

Wir erinnern uns: der jüdische Diakon Stephanus durfte seine Meinung über Jesus Christus, den Messias, deutlich sagen, um dann gesteinigt zu werden.

Ja, der Dialog der jüdischen Christen mit den nicht-christlichen Juden muss geschehen, denn das ganze Alte Testament wimmelt nur so von Verheißungen auf den Gesalbten Gottes – eine Steilvorlage für den Dialog.

Dennoch bleibt der Endpunkt wichtig: Bekehrung!

 

  1. Das Zweite Vatikanische Konzil sagt es: Lumen gentium!

Die dogmatische Konstitution Lumen gentium sagt es klasse gleich im ersten Satz: Jesus ist das Licht aller Völker, der Juden zuerst und dann auch der Heiden!

Wer also meint, es ginge bei allen Menschen um die Bekehrung, nur nicht bei den Juden selbst, irrt sich gewaltig.[1]

Dialog ja, aber mit dem Ziel der Vergebung der Sünden, also der Bekehrung.

Hilft es den Juden wirklich, wenn wir ihnen den Heiland der Welt vorenthalten?

[1] https://www.communio.de/inhalte.php?jahrgang=2018&ausgabe=6&artikel=5

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