In aller Öffentlichkeit IX – Homo-Häresie im Bistum Essen

Bischof Overbeck sprang als Tiger – und endete als Bettvorleger

Berlin, 7.Oktober 2018

Wer kann sich noch an die Talkshow bei ‚Anne Will‘ im Frühling 2010 erinnern? Da kämpfte der damals jüngste deutsche Bischof ganz tapfer und mutig für die gute katholische Lehre – und nannte gelebte Homosexualität das, was sie ist: Sünde!

Und nur wenige Jahre später, nämlich fünf, änderte er seine Meinung. Von sich sagt er in einem Interview mit ‚Christ und Welt‘:

Ich habe keine Angst, vor nichts und niemandem.“

Nun, zumindest änderte er seine Meinung – entsprechend er Political Correctness des Mainstreams.

 

  1. Beleg: Talkshow am 11.April 2010 im Fernsehen bei ‚Anne Will‘[1]

Frau Anne Will ist nicht irgendeine Leiterin einer Diskussionsrunde im Fernsehen; sie selbst bekennt ihre homosexuelle Neigung offen – und ist also sich selbst Partei, wenn es um gleichgeschlechtliche Unzucht geht.[2]

Der genannten Sendung vom 11.April 2010 gingen die eingeladenen Gäste so aufeinander los, dass der Journalist Thilo Maluch feststellt:

„Danach wurde es richtig laut und Anne Will gelang es auch nicht mehr, die aufgebrachten Gäste zu bändigen. Sie musste sogar aufstehen und die Runde verlassen, um dem allgemeinen Gezeter zu entkommen und einen Einspielfilm anmoderieren zu können.“[3]

In dieser Atmosphäre, in welcher Nuancen wohl kaum eine Rolle spielen, erklärte der Bischof:

„er halte Homosexualität für eine Sünde“[4].

Sicher kann diese Aussage erläutert werden: nicht die ungeordnete und an sich böse Neigung zum gleichen Geschlecht ist schon Sünde, sondern die Zustimmung und das Ausleben im homosexuellen Akt bzw. Lebensstil.

 

  1. Beleg: Interview mit KNA am 24.Juni 2010

Und dies erläuterte er in einem Interview mit der katholischen Presseagentur KNA am 24.Juni 2010. Auf die Frage „Herr Bischof, mit Ihrer Aussage «Homosexualität ist Sünde» haben Sie für Aufsehen gesorgt. War das so beabsichtigt?“[5]

Der Bischof verteidigt sich tapfer und erwidert vollkommen korrekt:

„Die Intervention erklärt sich aus dem Ablauf der Sendung von Anne Will im April in Berlin. Dort wurde mir vorgeworfen, ich sei der Vertreter eines Vereins von Päderasten und Kinderschändern. In dem Zusammenhang wurde auf homosexuell aktive Priester verwiesen. Dies war im Ton ehrabschneidend und unangemessen. Darauf habe ich schlicht den Katechismus wiedergegeben: Homosexualität ist Sünde. Und ich habe gesagt, dass Sexualität, Partnerschaft und Liebe zusammen gehören. Außerdem ist es die Natur des Menschen, als Mann und Frau auf Kinder hin geschaffen zu sein.“[6]

Der ‚katholische‘ Interviewer Volker Resing insistiert und fragt weiter: „Ist die Irritation vielleicht auch dadurch entstanden, dass Sie über den Katechismus hinausgegangen sind?“[7]

Statt stolz auf den gut katholischen Bischof zu sein, versucht dieses scheinkatholische Medium, ihn in die Ecke zu drängen. Der Bischof antwortet theologisch richtig:

„Es wäre klüger gewesen, in dieser angespannten Stimmung von ausgelebter Sexualität zu sprechen. Das wäre dem Glauben der Kirche entsprechender gewesen. Denn nicht die Veranlagung ist Sünde.“[8]

Und wieder eine Scheinfrage: „Der Katechismus spricht gerade davon, dass es eine Ausgrenzung von Menschen mit homosexuellen Neigungen nicht geben darf.“[9]

Soll der Bischof immer den ganzen Katechismus in den Abschnitten 2357-2359 rezitieren – wie ein Gedicht –, weil des Bischofs eigene Worte nicht ausreichen? Wie lächerlich ist das denn!

Wieder antwortet Bischof Overbeck bewundernswert ruhig und gut:

„Es ging mir nie darum, homosexuelle Menschen in irgendeiner Weise zu diskriminieren oder in ihrer Würde nicht anzuerkennen. Das liegt mir absolut fern. Aber es geht mir schon darum, die Lehre der Kirche und unsere Überzeugung von geglücktem Menschsein deutlich zu benennen.“[10]

Glaubt Herr Volker Resing wirklich, dass nur die Fachbegriffe des Katechismus in der öffentlichen Diskussion zählen – die doch niemand ohne Erläuterung bzw. entsprechendes Studium verstehen kann?

Wer solche scheinkatholischen Zeitgeist-Medien zum Freund hat, braucht keine Feinde.

 

  1. Beleg: Öffentliche Diskussion im Essener Dom Anfang Juni 2010[11]

Der streitbare Bischof scheut das öffentliche Wort nicht und stellt sich der Diskussion – diesmal im eigenen Haus, dem Essener Dom.

Er diskutiert mit der ehemaligen Bundesministerin Andrea Fischer und sagt: „Ich vertrete als Bischof die lange Tradition der Kirche und das Zeugnis der heiligen Schrift“[12].

Dann geschah das Sakrileg: im heiligen Raum des Domes gab es marktschreierischen Krakeel. Der Journalist beschreibt die Antwort des Publikums: „Lauter Protest aus den Kirchenreihen war die Antwort. ‚Ich lebe seit elf Jahren in einer Partnerschaft. Wissen Sie eigentlich, wie sehr uns ihr Äußerungen verletzten?!‘, empörte sich ein Homosexueller laut. Nur mit Mühe gelang es Andrea Fischer, die Zuhörer zu beruhigen.“[13]

Die Frage bleibt: wenn selbst im Dom die Diskutanten keine Scheu haben, sondern ihre offenbare Sünde als ‚normal‘ durchsetzen wollen, was soll dann die Kirche eigentlich noch tun?

Und der Pöbel im Dom (!) bekommt Recht, der Bischof gibt nach und will quasi ein ‚Gespräch nach dem Gespräch‘, nun nicht mehr im Dom, sondern ganz in den Räumen der offen Homosexuellen: „Zumindest zu einem Gespräch zeigte sich Overbeck schließlich bereit. ‚In angemessenem Rahmen. Ich schreie sie schließlich auch nicht an‘, sagte der Geistliche. Für die Essener Lesben- und Schwulenbewegung ein Teilerfolg.“[14]

Natürlich ist jede Diskussion sinnvoll, bedarf dennoch einiger Regeln, z.B. die Meinung des anderen auszuhalten.

  1. Beleg: Treffen mit Essener Schwulen und Lesben Anfang September 2010[15]

Im Verein FELS, dem Forum Essener Lesben und Schwulen, durfte der tapfere Bischof immerhin sprechen – quasi in der Höhle des Löwen.

Wir sehen den Abstieg des Diskussionsniveaus: öffentlich-rechtliches Fernsehen mit breitgestreuten Diskutanten und Hundertausenden von Zuschauern, kirchlicher Rahmen im Essener Dom – und schließlich ein Vereinshaus der Homosexuellen-Bewegung.

Sünde ist das Thema für alle Menschen – und braucht den öffentlichen Raum. Zuzusehen, wie dieses große Thema kleingekocht wird, ist schon atemberaubend schrecklich.

Handzahm wird er zitiert: „Er habe homosexuelle Menschen nicht diskriminieren wollen: Er wolle ‚Bischof für alle sein.‘“[16]

 

  1. Beleg: Interview mit der Süddeutschen Zeitung Anfang August 2011[17]

Genüsslich stellt das Ruhrgebietsmedium WAZ den Zeitpunkt des Interviews fest und resümiert: „Kurz vor dem Ruhr Christopher Street Day an diesem Wochenende in Essen ist Bischof Franz-Josef Overbeck erneut mit einer Äußerung zum Thema Homosexualität angeeckt. In der Süddeutschen Zeitung bezeichnet er Homosexualität als ‚objektiv sündhaft‘.“[18]

Mit einem Wort: der Bischof traut sich schon noch, aber nicht mehr so medienwirksam. Deshalb spricht er die mahnenden Hirtenworte lieber nach dem medialen Großereignis des Christopher Street Days als davor.

Diesmal schlug der Bischof die CSD-Gesprächsrunde aus: „Die Veranstaltung sei nicht der angemessene Ort, über ernste politische Themen zu diskutieren.“[19]

Miteinander zu sprechen ist eigentlich immer gut. Nur wenn die eigene Kirche einem tapferen Bischof in den Rücken fällt, fehlt gewiss die Kraft für medialen Wirbel.

 

  1. Beleg: Die Essener Caritas und der CSD[20]

Die Caritas ist eigentlich eine urkatholische Einrichtung für die Nächstenliebe – und ein Riesenkonzern mit gewaltigem Umsatz.

In der Meldung ‚Ohne den Segen des Bischofs‘ vom 3.August 2012 heißt es über den tapferen Bischof im Leitmedium WAZ des Ruhrgebiets: „Der Bischof stellte sich der Diskussion etwa in einem Domgespräch und bat später schwule und lesbische Lobbyisten zum Gedankenaustausch bat. Er hörte sich Argumente wie Anfeindungen an – und wich keinen Millimeter von seiner Position.“[21]

Nun, was der Bischof tut, muss die Rest-Kirche nicht kümmern. Die Essener Caritas war Trägerin eines ökumenischen Gottesdienstes für den CSD in Essen.

Und die Caritas fällt ihrem Bischof in den Rücken: „Die Caritas selbst übrigens sieht ihren CSD-Auftritt anders als der Bischof durchaus als Signal gegen die Diskriminierung von Homosexuellen: ‚Der Gottesdienst will Mut machen, Vielfalt in Kirche und Gesellschaft zu leben.‘“[22]

 

  1. Beleg: Stellungnahme des Diözesanrates, Katholikenrates, des Priesterrates und des Ordensrates im Bistum Essen vom März 2015[23]

Nun, wer die eigene DBK-Nachrichtenagentur KNA gegen sich hat, die Laien im Essener Dom und schließlich die Caritas beim CSD Essen, der lebt einsam.

Nein, keiner der deutschen DBK-Bischöfe wehrte sich öffentlichkeitswirksam gegen diese eklatante Beschneidung der Religionsfreiheit, durch welche es dem Essener Bischof praktisch nicht mehr möglich war, die christliche Wahrheit über gleichgeschlechtliche Unzucht zu verkündigen – und die Sünder zur Buße zu rufen.

Der Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer, der Vorstand des Katholikenrates Mülheim sowie Priester- und Ordensrat im Bistum Essen stellten sich gegen ihren eigenen Hirten – und die katholische Lehre.

Sie fordern bis heute unwidersprochen und in aller Öffentlichkeit (s. den Link des bistum-essen.de): „Ausgehend davon, dass es unter Katholiken und Katholikinnen einerseits eine deutliche Tendenz gibt, die rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und deren Gleichbehandlung gegenüber der Ehe als ein Gebot der Gerechtigkeit anzuerkennen, andererseits die Öffnung der Ehe als solche für gleichgeschlechtliche Paare überwiegend abgelehnt wird, sollte ein Ritus der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren entwickelt werden. Damit soll keiner Gleichsetzung von Ehe und Lebenspartnerschaften das Tor geöffnet werden.“[24]

Also „ein Ritus“ soll es sein: wie schon im deutschen Protestantismus!

Was soll ein einzelner Bischof wie Franz-Josef Overbeck auch tun, wenn ihm die Armada von lauter DBK-Verrätern in den Rücken fällt?[25]

Nun, die Homo-Lobby in Gestalt des bekannten Aktivisten David Berger frohlockte und gebar den Titel ‚Bistum Essen fordert katholische ‚Homo-Ehe‘[26] – bis heute unwidersprochen.

Sollte er tapfer das Wort Gottes predigen – um dann von Rom abgesetzt zu werden? Das geschah fast ein halbes Jahr später, als der Schweizer Bischof Huonder es am 31.Juli 2015 in Fulda wagte, gelebte Homosexualität zu kritisieren. Rufmord mit Morddrohungen und entsprechender Kriminalisierung war die Folge.[27]

 

  1. Beleg: Meldung von Domradio.de zu Treffen des Bischofs mit Homo-Lobby[28]

Nun, wenn der eigene so genannte ‚katholische‘ Apparat gegen ihn ist, muss er Medienarbeit betreiben und ‚guten Willen‘ zeigen.

Das so genannte katholische Medium domradio.de – wir erinnern uns, dass dort offen Homosexuellen-Propaganda betrieben wird[29] – meldet unter der Überschrift ‚Akzeptanz gewachsen‘ am 15.Dezember 2016: „Dabei sei Overbeck auf Einladung von F.E.L.S. erstmals zu Gast in den Räumen der AIDS-Hilfe Essen gewesen, teilte das Bistum mit. Bei der Gesprächsrunde haben laut Bistum  F.E.L.S.-Sprecherin Claudia Fockenberg und der Pressesprecher der AIDS-Hilfe NRW, Guido Schlimbach, ihre persönlichen Lebenswege geschildert. Dabei seien auch viele kritische Fragen an die katholische Kirche zur Sprache gekommen, die durch teils als schmerzhaft erfahrene Erlebnisse mit und in der Kirche ausgelöst worden seien.“[30]

Der Bischof ist gekommen, um zuzuhören und Forderungen zum offenen Zerstören katholischer Lehre entgegenzunehmen: „Overbeck habe Verständnis dafür gezeigt, wenn gleichgeschlechtlich orientierte Menschen oft eine eher distanzierte bis ablehnende Haltung gegenüber der katholischen Kirche hätten. Zur Sprache kamen demnach auch der Umgang kirchlicher Arbeitgeber mit eingetragenen Lebenspartnerschaften sowie der Wunsch einiger, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen.“[31]

Nun, derjenige, der von sich sagt, keine Angst zu haben, startete als Tiger und landete als Bettvorleger.

[1] https://www.welt.de/fernsehen/article7145081/Hitziges-Gefecht-ueber-die-Sexualmoral-der-Kirche.html

[2] Sie lebt mit ihrer Lebenspartnerin Frau Heckel zusammen: https://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Will

[3] https://www.welt.de/fernsehen/article7145081/Hitziges-Gefecht-ueber-die-Sexualmoral-der-Kirche.html

[4] Ebd.

[5] http://www.kath.net/news/27157

[6] Ebd.

[7] Ebd.

[8] Ebd.

[9] Ebd.

[10] Ebd.

[11] https://www.waz.de/staedte/essen/homosexualitaet-bleibt-fuer-overbeck-suende-id3321392.html

[12] Ebd.

[13] Ebd.

[14] Ebd.

[15] https://www.waz.de/staedte/essen/overbeck-will-auch-bischof-der-schwulen-sein-id3647686.html

[16] Ebd.

[17] https://www.waz.de/staedte/essen/ruhrbischof-eckt-wieder-bei-homosexuellen-an-id4929679.html

[18] Ebd.

[19] https://www.waz.de/staedte/essen/kirche-und-homosexualitaet-auch-thema-beim-csd-id4930472.html

[20] https://www.waz.de/staedte/essen/ohne-den-segen-des-bischofs-id6946000.html

[21] Ebd.

[22] Ebd.

[23] https://www.bistum-essen.de/fileadmin/bereiche/za-kom/Bistum_Essen_Zusammenfassung_der_Antworten_Bischofssynode_2015.pdf

[24] Ebd, zu Frage 40.

[25] Vgl. das Interview vom 19.12.2013 über seine persönliche Entwicklung: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-12/bischof-overbeck-bistum-essen

[26] https://www.huffingtonpost.de/david-berger/essen-katholisch-homo-ehe_b_6918040.html

[27] https://stephangroeneblog.files.wordpress.com/2018/04/bischof-huonder-blc3bctenlese-des-entsetzens.pdf

[28] https://www.domradio.de/themen/bistümer/2016-12-15/overbeck-und-vertreter-von-homosexuellen-setzen-dialog-fort?page=7

[29] S. meine Beschwerde über Kardinal Woelki vom 19.August 2018.

[30] https://www.domradio.de/themen/bistümer/2016-12-15/overbeck-und-vertreter-von-homosexuellen-setzen-dialog-fort?page=7

[31] Ebd.

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